Freitag, 5. Mai 2017

DJ Khaled Feat. Justin Bieber Quavo Chance The Rapper Lil Wayne:
I'm The One



So werden heute also Hits gemacht: Man nehme einen frisch gebackenen Internet-Star wie DJ Khaled, setze ihm einen richtig erfolgreichen Popstar wie Justin Bieber an die Seite, noch ein paar upcoming Rap Stars wie Quavo von MIGOS und Chance The Rapper und auch noch einen, der ein bisschen länger schon dabei ist (Lil Wayne), dann hole man sich ordentlich Productplacement ins Haus, so dass es ein Leichtes ist SwimmingPool, Villa, dickes Auto und eine ganze Meute gecasteter schwarzer Schönheiten zu buchen, die Frauen stechen besonders durch ihre äußeren Sexualmerkmale hervor – fertig ist das Ganze. Dauerwerbeclip mit Hintergrunddudelmucke. Menschen mögen so etwas ganz unkritisch und bringen I'm The One zu Top 10 Status. Worin bestand jetzt noch mal der musikalische Wert des Ganzen?

Das ist natürlich eine eher unbedarfte Beschreibung. Denn I'm The One ist ganz klar die Fortsetzung der Key To Success-Clips von DJ Khaled, welche ihn zum digitalen Internet-Helden machten. Ein bisschen ist das ja auch wie in den guten alten TV-Zeiten Anfang der 2000er als Sarah Connor ihre Hochzeit, ihre Ehe und ihr Kind als Fernsehsoap inszenieren ließ. DJ Khaled ist mittlerweile auch Papa und der kleine Asahd wird im Intro explizit eingeführt, Papa Khaled ist stolz wie Bolle, lässt sich Justin Bieber und all die anderen einfliegen und feiert eine Pool-Party (ohne ins Wasser zu gehen). Die Musik spielt da insgesamt nicht so eine große Rolle, der Inhalt des Videos eigentlich auch nicht, Hauptsache wir haben hier mal wieder drei Minuten DJ Khaled erlebt und uns an seinem scheinbar guten Leben erfreut. Internet-Stars brauchen gar nicht viel zu machen.



Und was erzählt uns der Clip/die Produktion sonst noch?
Zum Beispiel einmal mehr, dass aktuelle Mainstream-Produzenten kein Problem damit haben, wenn in einem Video die Frauen allesamt in sexy Badewäsche posieren und sonst weiter keine Aufgabe haben, während die Typen (außer Sexsymbol Justin Bieber) ihre Potenz eher in angesagten Markenklamotten ausdrücken. DJ Khaled würd ich ja auch gern mal in Badehose sehen und ihn geil finden...
Schon klar, die Mehrheit der Pop-Konsumenten schüttelt sich hier und macht damit auch deutlich: Frauen brauchen sich nicht anziehen, sind halt nur hübsches Beiwerk. Auch im Jahr 2017 sind wir kein Stück weiter. Sexismus ist das alles natürlich nicht.

Auch die Huldigung von Richness und Luxus ist altbekannt. Und auch ganz schön langweilig. Festhalten an jahrhundertealten Traditionen und guten alten Werten mitsamt unantastbarer Weltordnung. Pop war da auch schon mal viel weiter. Viel rebellischer, mit mehr eigenen Ideen und Wertvorstellungen.

Bemerkenswert an I'm The One ist, dass ausgerechnet die ach so coolen Rüpel-Jungs, die sich ja sonst eher einen Scheiß um Konventionen und Abmachungen kümmern, ausgerechnet diese alten Kamellen von BlingBling und MachoMacker weiter zelebrieren. Das ist mindestens 2000er Style. Mickey Blanco zeigt mir da echt mehr an Zeitgeist und heute. Und kann so manch einen echt noch verschrecken. Das schaffen die fünf mit I'm The One definitiv nicht.

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